Aufruf für Demo
Gibt deine Meinung: Soll diese Schande in der Tor der Welt bleiben?Comunidade Negra de Hamburgo HAMBURG
Aufruf zum Protest gegen das Denkmal für einen Rassisten, Entführer, Versklaver und Mörder von Schwarzen Menschen
Liebe Schwestern und Brüder,
Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat ein Denkmal zur Ehrung eines Mannes aufgestellt, der mit der Massenentführung, Verschleppung, Vergewaltigung, Massendeportation, Menschenhandel, Völkermord, und Versklavung von Schwarzen Menschen einst zum reichsten Mann Europas geworden ist: dieser rassistische Verbrecher hieß Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782). Mit diesen kriminellen Machenschaften und seinem blutigen Vermögen trug er zum Wohlstand Wandsbeks, Hamburgs, Deutschlands und Europas bei und gründete zahlreiche wohltätige und karitative Einrichtungen und Projekte zu Gunsten seiner weißen Mitbürger.
Der Black Community in Deutschland verurteilt auf schärfste dieses rassistische Denkmal und fordert seinen sofortigen Abriss. Denn, eigentlich sollte Deutschland die Erinnerung an eine barbarische Gestalt wie Graf von Schimmelmann zum Anlass nehmen, sich mit ihrer verbrecherischen Vergangenheit auseinander zu setzen, und Reparationen und Wiedergutmachung an Afrika und der Schwarzen Diaspora zu bezahlen wegen ihrer kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen Menschen. Einen Menschenhändler, Versklaver und Massenmörder zu ehren ist nichts anderes als Verharmlosung, Revisionismus und Negationismus, und das stellt wiederum eine rassistische Diskriminierung, Beleidigung, Verächtung und Missachtung der Würde von Schwarzen Menschen in Hamburg, Deutschland und weltweit dar.
Daher fordern wir den sofortigen Abriss dieses rassistischen Denkmals!
Wir fordern eine offizielle, öffentliche Entschuldigung des Bezirksamts Wandsbek und der Hansestadt Hamburg bei der Black Community in Hamburg!
Darüber hinaus fordern wir die deutsche Wirtschaft, Kirchen, und Landes- und Bundesregierungen auf, sich für ihre kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen Menschen offiziell bei der Black Community in Deutschland zu entschuldigen sowie Reparationen und Wiedergutmachungen an Afrika und die Schwarze Diaspora zu zahlen!
Demo und Protestaktion in Hamburg-Wandsbek:
Montag, 25. September 2006 um 16:00 Uhr
Treffpunkt: Wandsbek-Markt (Bus Haltestelle)
MitveranstalterInnen: AG-REPARATIONEN u. AG-PANAFRIKANISMUS/AFRIKAS BEFREIUNG der Black Community in Deutschland, SOS-Struggles Of Students, ARA-African Refugees Association, BSO-Black Students Organisation, Quilombo Brasil-Radio Mamaterra, Colour Music, AYACSA e.V.-African-German Youth Arts, Culture & Science Association, Refugees Emancipation-RE, Women in Exile, The Voice Refugee Forum, Brandenburger Flüchtlingsinitiative-BFI, ADEFRA e.V.-Schwarze Frauen in Deutschland, ISD-Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Pan African Women Liberation Organization (PAWLO–Germany), mit der Unterstützung von: Afrikanische Studentenunion-ASU, SFC-Schwarze Frauen Community in Österreich, PAMOJA-Movement of Young African Diaspora in Österreich
V.i.S.d.P & Kontakt: Bruder Senfo : 0163-4245449,
Schwester Selamawit: 0176-70079687,
Bruder Romao: 0172-8752291, romao@gmx.de / Bruder Diogni: 0176-23102006, bdiogni@yahoo.fr


2 Comments:
Hallo,
als ehemaliger Bewohner Wandsbeks bitte ich um nähere Details zu den Taten Heinrich Graf von Schimmelmanns. Nach ihm ist in Wandsbek auch bereits eine Straße benannt und die Schimmelmanns sind allgemein in Hamburg und Ahrensburg (Schloß) von einiger Bedeutung (es gibt aber auch einen recht heruntergekommenen süddeutschen Schimmelmann-Zweig). Wenn also gegen die Täter des 18. Jahrhunderts effizient vorgegangen werden soll, brauchen wir handfeste Details um eine breite Protestkampagne zu starten. Ich weise daraufhin, daß Hamburg seinen gesamten - auch heute noch vorhandenen - Wohlstand auf Rassismus, Menschenhandel und andere Menschenrechtsverbrechen gegründet hat. Diese Mentalität der Hamburger ist nach wie vor spürbar (O-Ton der ehem. Hamburger Justizsenatorin Peschel-Gutzeit über mich: "der hat aufgrund seines fremdländischen Aussehens ohnehin nichts zu sagen").
Viele Grüße
Dr. David Schneider-Addae-Mensah
Rechtsanwalt
Liebe Freunde,
leider habe ich erst eben von Eurer Aktion gegen das Schimmelmann-Denkmal erfahren. So bleibt mir nichts anderes, als im Namen der Werkstatt der Kulturen meine Solidarität mit Eurem Anliegen auszudrücken. Dieses Denkmal ist in der Tat ein Skandal und ein erneuter Beweis für die Abwesenheit eines kritischen Geschichtsbewusstseins, jedenfalls wenn es um den Umgang mit Afrika und Afrikanern geht.
Das sage ich auch vor dem Hintergrund, dass die Werkstatt der Kulturen in der Wissmannstraße liegt. Wissmann war, wie ihr sicher wisst, deutscher Militär und Kolonialbeamter in Tansania. Wir bemühen uns seit geraumer Zeit um eine Umbenennung dieser Straße, bislang zwar noch ohne Erfolg, aber wir sind da sehr zuversichtlich.
Nebenbei erlaube ich mir, Euch auf eine Aktion hinzuweisen, die wir gemeinsam mit Umoja wa Watanzania Berlin-Brandenburg am kommenden Samstag durchführen – im Rahmen einer gemeinsamen Reihe anlässlich 100 Jahre Maji Maji Krieg in “Deutsch-Ostafrika” (s. Anlage).
Mit besten Grüßen,
Paul Räther
Fachreferent
Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
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